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Das letzte Geheimnis von Markus Wolf

Mrz 23, 2017 | News

Kunst & Spionage im Westin Grand Berlin

 

Das Westin Grand Berlin zeigt bis zum 19. Mai in Lobby und Foyer 25 Kunstwerke des DDR-Agenten Erwin Miserre alias Horst Meier, der im Auftrag des DDR-Geheimdienstes in Brüssel die Nato ausspionierte.

Der Künstler Horst Meier begann 1963 für den Auslandsgeheimdienst der DDR zu arbeiten und bezog als Erwin Miserre Quartier in Brüssel bei der NATO. In der belgischen Hauptstadt nahm er das Studium der Künste auf und ging bei einem der bedeutendsten Bildhauer Belgiens, Oliver Strebelle, als Meisterschüler in die Lehre. Horst Meier pendelte zwischen den Schützengräben des Kalten Krieges und dem freien Geist des Ateliers. Nachdem seine Tarnung aufzufliegen drohte, ging er 1976 zurück in die DDR. Hier widmete er sich fortan der Kunst. Seine Plastiken erzählen Geschichten, eröffnen Verweise, verkleiden Gedanken: Sie sind fabelhaft und phantastisch, sinnlich und erotisch, moralisch und abstrakt.

Zu Lebzeiten lehnte er eine öffentliche Ausstellung stets ab. Seine Werke verkaufte er nur da, wo persönliche Beziehungen bestanden. Markus Wolf, Chef des DDR Geheimdienstes, bekam von ihm zum 60. Geburtstag 1983 zwei Skulpturen für sein Büro geschenkt. Anfang der Achtziger Jahre war es auch, als der Leipziger Künstler Günther Rothe auf Horst Meier stieß und die Zusammenarbeit beider Männer begann.

Nach dem Tod von Meier/Miserre im Herbst 2016 präsentiert nun Günther Rothe dessen Werke in einer Deutschland-Tournee erstmals der Öffentlichkeit. Auch er erfuhr erst vor gut zwei Jahren von der Agententätigkeit Horst Meiers. Die Werke sind begehrt, sie kosten zwischen 1.800,00 Euro und 70.000,00 Euro. Von jeder Skulptur werden nur 12 Stück gefertigt.